Brother Islands

Fahrstrecke ca. 280 km

El Akawein ist der arabische Name für die Brother Islands, zwei Bergspitzen einer Unterwasser-Kammlinie, die aus dem Wasser herausragen. Die Inseln befinden sich ca. 67 km entfernt von der ägyptischen Küste mitten im Roten Meer. Die exponierte Lage der Brother Islands weit weg von der Küste sowie die starken Winde und der teilweise recht kräftige Seegang können die Tauchbedingungen hier sehr anspruchsvoll machen. Für erfahrene Taucher ist dieses Ziel jedoch eines der sehenswertesten. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dem hier lebenden Fuchshai zu begegnen, ein sehr lohnenswerter Anblick.
Big Brother, die grössere der beiden Inseln, ist nur ca. 100 m breit und 500 m lang und leicht an dem 1883 von der englischen Marine errichteten Leuchtturm zu erkennen. Hier können gleich zwei faszinie-rende Wracks betaucht werden:
Die Aida liegt auf einer Tiefe zwischen 25-60 m und ist teilweise sehr gut erhalten, jedoch nur spärlich mit Korallen bewachsen. Das 1911 in Frankreich gebaute Dampfschiff sollte die ägyptischen Soldaten mit Nachschub versorgen, die auf der Insel stationiert waren. An Bord waren Frischwasser, Lebensmittel und die nächste Wachschicht, als sie am 15. September 1957 in einem schweren Sturm versuchte bei Big Brother festzumachen und dabei auf das Riff schlug. Glücklicherweise konnte ein Rettungsboot alle 77 Seeleute noch sicher aufnehmen und auf Big Brother absetzen bevor die Aida versank.
An der Nordspitze des Big Brother liegt das Wrack der Numidia. Das im Februar 1901 in Glasgow vom Stapel gelaufene, 140 m lange Frachtschiff sollte auf der Route Liverpool – Kalkutta eingesetzt werden. Die Numidia hat jedoch nur ihre Jungfernfahrt von Liverpool nach Kalkutta und zurück erfolgreich überstanden. Bereits auf ihrer zweiten Fahrt mit Ziel Kalkutta, beladen mit 7.000 Tonnen Fracht und 97 Seeleuten an Bord, lief sie am frühen Morgen des 20. Juli 1901 an Big Brother auf Grund. Crew und Kapitän konnten das Schiff unbeschadet verlassen, ein Grossteil der Ladung wurde entladen bevor das Schiff nach 7 Wochen endgültig sank. Das inzwischen prachtvoll mit Korallen bewachsene Wrack beginnt in einer Tiefe von nur 10 m und erstreckt ich bis in eine Tiefe, die für Sporttaucher nicht mehr erreichbar ist. Ihr Kiel gräbt sich tief in einen Felsvorsprung und verhindert ein weiteres Absinken in grosse Tiefen. Der weitestgehend intakte Rumpf bietet Schutz vor der oft sehr starken Strömung.
Little Brother ist eine etwas kleinere, nur 800 m von Big Brother entfernte Insel, mit einer wirklich spektakulären Unterwasserwelt. Das Riff ist üppig bewachsen mit Weichkorallen und grossen Gorgonien, im Blauwasser kann man riesige Fischschwärme beobachten und nicht selten kommt es zu Begegnungen mit unterschiedlichen Haiarten. Für Drifttauchgänge eignen sich besonders die Ost- und Westseite, an der Südspitze kann man gelegentlich auf Mantas treffen. Am nördlichen Ende erstreckt sich ein kleines Plateau ins Blaue. In 40 m Tiefe gibt es dort eine kleine Felszunge, an der sich eine stets gut besuchte Putzerstation befindet.

Besonderheiten & Hinweise:

  • Die Tauchgänge an den Brothers eignen sich nur für erfahrene Taucher, da es nicht selten starke Strömungen mit Wechsel der Strömungsrichtung gibt
  • An den Brother Islands sind Nachttauchgänge und Schnorcheln nicht gestattet