Nord Wrack

Fahrstrecke ca. 200 km

Nordtouren starten und enden in der Regel in Hurghada und sind eine Kombination aus Tauchen an den bekanntesten Wracks im Roten Meer inklusive allem anderem was die Unterwasser zu bieten hat. Korallen, die Schiffsgerüste bewachsen, kleine Fische, die Zuflucht in den Wracks suchen, überwältigende Wände und Korallengärten lassen Taucherherzen höherschlagen.
Sha'ab Abu Nuhas ist ein grosses, leicht dreieckig geformtes Riff rund zwei Meilen nördlich von Shadwan Island (auch als Shaker Island bekannt). Das Riff ist ein wahrgewordener Traum für Wracktaucher, denn an seiner Nordseite liegen mit der Seastar, der Kimon M, der Chrisoula K, der Carnatic und der Giannis D insgesamt 5 sehr unterschiedliche Wracks in unmittelbarer Nähe zueinander. Eines der gesunkenen Schiffe hatte grosse Mengen Messing geladen, welches die einheimischen Fischer nach dem Untergang bargen und verkauften. Ihnen verdankt das Riff seinen Namen, der übersetzt „Vater des Messing“ bedeutet. Zwar machen die oft rauhen Bedingungen an der Nordseite das Festmachen für Boote häufig schwierig bis unmöglich, aber wir können die Plätze trotzdem mit dem Zodiac erreichen, während das Boot sicher auf der Südseite am Woodvalley Reef liegt. Sollte das Wetter wirklich zu rauh sein um an den Wracks zu tauchen, können wir an diesem schmalen Riff am Westende von Abu Nuhas einen tollen Tauchgang erleben. Auch das Yellowfish Reef auf der Südseite von Abu Nuhas ist immer einen Tauchgang wert und empfiehlt sich speziell für Nachttauchgänge.
Die Seastar war ein Transportschiff, das oft mit der Kimon M verwechselt wird, weil sie ebenfalls Linsen geladen hatte. Sie liegt jedoch ausserhalb der von Sporttauchern erreichbaren Tiefe von 89 m. Die Kimon M, aufgrund ihrer Ladung von mehr als 4.000 Tonnen Linsen auch „Linsenwrack“ genannt, sank am 12. Dezember 1978 und liegt in 32 m Tiefe. Teile ihres Bugs lagen in den 1980er und 1990er Jahren noch an der Oberfläche auf dem Riff und wurden mit der Zeit bis auf einen kleinen Rest vom Meer ver-schluckt. Die Chrisoula K hatte italienische Fliesen geladen und wird darum auch als „Fliesenfrachter“ bezeichnet. Zuvor fuhr sie unter den Namen "Anna B" und "Dora Oldendorf". Sie sank am 31. August 1981 und liegt in 28 m auf dem Heck. Ihr auseinandergebrochener Bug liegt nur ein paar Meter unter der Oberfläche. Die Carnatic ist die "Grossmutter von Abu Nuhas". Sie sank hier am 14. September 1869 und lag mehr als 100 Jahre allein in 22 m Tiefe, bevor innerhalb kurzer Zeit die 4 anderen Schiffe sanken. Sie hatte Wein und 40’000 britische Pfund geladen und wird daher auch als "Weinwrack" oder "Goldwrack" bezeichnet. Wie die Giannis D ist sie hauptsächlich aus Holz gebaut und wird deshalb häufig mit dieser verwechselt. Das „Holzwrack“ Giannis D war hauptsächlich aus Holz gebaut und hatte Weichholz geladen als sie am 19. April 1983 sank und seitdem in 24 m Tiefe liegt. Zuvor fuhr sie unter den Namen „Shoyo Maru“ und „Markos“. Dieser ist auch heute noch am Bug zu lesen.
Ebenfalls auf unserer Route liegt das wohl berühmteste Wrack der Welt: die SS Thistlegorm. Das 1956 von Jaques Cousteau entdeckte britische Schiff hatte Militärfahrzeuge und Munition als Nachschub für die britischen Truppen geladen, deren Überreste noch heute in den Lagerräumen des Wracks zu sehen sind. Von einer deutschen Bombe getroffen, die zu weiteren Explosionen an Bord führte, sank sie 1941.
Wenn das Wetter es zulässt fahren wir hinüber nach Ras Mohammed, der südlichsten Spitze des Sinai mit seinen atemberaubenden Steilwänden. Nährstoffe, die mit der Strömung von Norden aus dem Golf von Aqaba herangespült werden, ziehen viele grosse und kleine Fische an und lassen die Korallen hier besonders üppig gedeihen.


Besonderheiten & Hinweise:

  • Diese Tour eignet sich besonders für Wrackliebhaber und Fotografen
  • Überwasser erwartet uns eine faszinierende Landschaft mit vielen Inseln, die wir manchmal sogar für einen kleinen Landausflug nutzen können